Alternative Antriebe und Kraftstoffe

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Alternative Antriebe und Einsatz synthetischer Kraftstoffe auf Straße und Schiene

Rund 61 Prozent des 33.000 Kilometer langen deutschen Schienennetzes sind bislang elektrifiziert. Auf diesen Strecken sind 90 Prozent aller Reisenden und Güter unterwegs. Wo Züge nicht mit Bahnstrom elektrisch angetrieben werden können, fahren in der Regel mit CO2-emittierendem Dieselkraftstoff. Auf dem Weg zum klimaneutralen Konzern verabschiedet sich die Deutsche Bahn von dem herkömmlichen Kraftstoff und setzt immer öfter auf nachhaltige Alternativen.

Fernverkehrszüge fahren nahezu vollständig unter der elektrischen Oberleitung. Im Güterverkehr werden annähernd 90 Prozent aller Zugkilometer elektrisch zurückgelegt. Der Einsatz von alternativen Antrieben und Kraftstoffen konzentriert sich auf den Personennahverkehr. Dort werden gut zwei Drittel aller Zugkilometer elektrisch zurückgelegt. Dieselantriebe machen den Rest vor allem auf vergleichsweise wenig genutzten Nebenstrecken aus.

Zusammen mit Siemens Mobility arbeitet die DB an Lösungen für mit Wasserstoff betriebene Züge. Geplant ist ein einjähriger Probebetrieb des Zuges im Raum Tübingen, den das Ministerium für Verkehr in Baden-Württemberg unterstützt. Damit der Zug in der selben Zeit wie ein Dieselzug betankt werden kann, entwirft die DB eine Wasserstofftankstelle. 2024 geht der erste Zug  in den Probebetrieb.

Der Versuchszug „advanced TrainLab“ fährt bereits seit Sommer 2020 mit einem Öko-Diesel, der die CO2-Emissionen um 90 Prozent reduziert. Der Öko-Diesel wird aus ganz oder teilweise aus aufbereiteten organischen Rest- und Abfallstoffen hergestellt. Vorbereitungen laufen, den Öko-Diesel auch in Regionalverkehren einzusetzen. Geplant ist zudem der Bau neuer Infrastrukturen für Akku-Züge.

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Wo keine elektrische Oberleitung und damit Ökostrom möglich ist, setzt die DB auf Alternativen zum Diesel – bspw. im Rangierbetrieb. In Würzburg und Nürnberg sind bereits die Prima H3 Hybrid-Rangierlokomotiven von Alstom in Betrieb. Im Vergleich zu den zuvor betriebenen Rangierloks sparen die neuen Hybridloks jährlich erhebliche Mengen an Kraftstoff und damit auch CO2. Die Loks werden überwiegend im reinen Batteriemodus bewegt. Über ein kleines Dieselaggregat mit Generator werden bei Bedarf die Batterien geladen.

Aber auch auf der Straße verstärkt die DB ihr grünes Engagement. So soll die Busflotte von DB Regio auf klimafreundlichere Kraftstoffe umgerüstet werden. In Bayern hat DB Regio bereits sechs neue Elektrobusse im Einsatz. Die Busse sind in Bad Tölz und in Oberstdorf im Allgäu unterwegs. Das Besondere: Beim Bremsen und Bergab-Fahren wird Energie zurückgewonnen. Und getankt wird natürlich mit Ökostrom. Auch DB Regio Bus Nordrhein-Westfalen betreibt gemeinsam mit der Stadtbus Bocholt GmbH den ersten vollelektrisch angetriebenen Bus im regionalen Stadtverkehr. Leise und klimaneutral sind die Kund:innen künftig in diesem Bus unterwegs.

Rund um Niebüll und Husum setzt DB Regio Bus zwei Wasserstoffbusse im Linienverkehr ein. Angetrieben werden sie mit klimaneutralem Wasserstoff, der mit regionalem Windstrom erzeugt wird. Eine Tankfüllung reicht für 400 Kilometer, was einem regulären Betriebstag im Linienverkehr entspricht.